Der Weihnachtsgrantler
Bayerische Komödie von Jörg Herwegh

Foto © WoifiArt
Eine bayerische Komödie – ein modernes Weihnachtsmärchen?
Beides!
Vor allem ist das Stück aus der Feder von Jörg Herwegh sehr erdig, bodenständig und ehrlich. Viel Situationskomik wechselt sich mit den gefühlvollen Momenten ab.
Seit dem Tod seiner Frau ist Josef Sedlmeier ein unausstehlicher Grantler. Besonders zur Weihnachtszeit meiden die Bewohner der oberbayerischen Kleinstadt ihn und seine gefürchteten Gemeinheiten. Nur seine Schwester Bärbel und sein Freund, der etwas langsame Georg, kommen an ihn noch heran. Doch dann begegnet Josef einem merkwürdigen Mädchen in einem roten Mantel. Zudem schneit die hochschwangere Mary in sein Einsiedler-Dasein. Das bevorstehende Weihnachtsfest wird allen Beteiligten unvergesslich bleiben.
Es spielen: Jörg Herwegh, Franziska Hein, Laila Steinbichler, Chris Blunser, Waltraud Söder, Felix Holzapfel, Leo Wagner, Jonas Wimmer sowie Rebecca, Luca und Jonas Steinbichler.
Vor der Vorstellung und in den zwei Pausen wird bewirtet.
Die Zuschauerzahl in dem Saal ist auf 100 Personen beschränkt, damit alle gute Sicht auf die Bühne haben.
Bilder © AGF
PRESSESTIMMEN:
Vom Weihnachtsgrantler zum Menschenfreund
Mit dem Stück “Der Weihnachtsgrantler” sorgen derzeit Jörg Herwegh und sein Ensemble für vorweihnachtliche Theaterstimmung in Wasserburg. Die temporeiche Komödie mit viel Herz feierte jetzt im Posthalter-Saal des Hotels Fletzinger Premiere.
Schon Ende August haben die ersten Lebkuchen im Supermarkt sie angedroht, nun ist sie endlich da, die “stade Zeit”. Im Advent rücken die Menschen bekanntlich näher als sonst zusammen und die Nächstenliebe hat Hochkonjunktur. Nicht so bei Josef Sedlmeier! Seit dem Tod der geliebten Frau ist ihm Weihnachten ein Graus. Auch sonst ist der Berufsgrantler mit allen und mit sich selbst zerstritten und zu allem Übel auch ein Kinderschreck. Einzig seine Schwester Bärbel und sein Freund Schorsch besuchen ihn noch. Als Bärbel aber wenige Wochen vor Heiligabend um Unterkunft für die junge schwangere Mary bittet, ist das Zerwürfnis zwischen den Geschwistern programmiert. Dann aber taucht ein kleines Mädchen im roten Mantel und in Begleitung ihrer unheimlichen Eltern auf. Das bleiche Kind findet den Opa Josef ganz lieb, kann aber anscheinend nur von ihm gesehen werden. Von da an ändert der Weihnachtshasser seine Haltung. Josef findet Gefallen am Fest der Liebe und nimmt Mary schließlich bei sich auf.
Jörg Herwegh hat die heiter-nachdenkliche bayerische Weihnachtsgeschichte ver-fasst und sich die Hauptrolle gleich noch auf den Leib geschrieben. Ausdrucksstark ätzte er sich als wahres Ekelpaket durch den ersten Akt. Parallelen zu Ebenezer Scrooge aus Charles Dickens berühmter “Weihnachtsgeschichte” waren sicher nicht ganz zufällig. Allerdings brachten nicht die Geister vergangener und zukünftiger Weihnachten den Misanthropen zur Räson, sondern ein kleines Mädchen, das Sedlmeier immer wieder erschien. Und jetzt wurde die Geschichte richtig unheimlich: Der Weihnachtsgrantler wurde von den herumirrenden Seelen Verstorbener aus dem Zwischenreich heimgesucht. Tags zuvor war eine Familie bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen und das Kind trug einen roten Mantel, wie Schorsch wusste.
Laila, Rebecca und Jonas Steinbichler sorgten als sympathische Wiedergänger für den gewissen Gruselfaktor. Fürchten mussten sich die Zuschauer trotzdem nicht. Veilmehr garantierten die geistreich-witzige Handlung und eine Reihe ganz junger und jugendlicher Talente Familientauglichkeit. Luca Steinbichler spielte Simon, Jonas Wimmer und Leo Wagner waren als Lausbuben Maxi und Stefan angetreten. Beim Sammeln für einen guten Zweck wurden sie von Sedlmeier einfach vor die Tür gesetzt. Die Rolle der schwangeren Mary füllte Franziska Hein überzeugend aus. Felix Holzapfel gab deren unentschlossenen Freund Philip, der sich erst zwischen Vaterschaft und Discoking entscheiden musste. Waltraut Söder spielte Josefs Schwester Bärbel und Chris Blunser seinen Freund Schorsch. Beide passten mit ihren Komödienstadelfähigkeiten wunderbar ins bayerische Handlungskolorit.
Schließlich kam es, wie es kommen musste, wenn alte, griesgrämige Herren zu lang alleine sind. Dem zum Menschenfreund mutierten Weihnachtsgrantler wehte ein Hauch von drittem Frühling entgegen und Josef rechnete sich Chancen bei Mary aus. Doch er besann sich seiner Opa-Rolle und setzte sich dafür ein, dass Mary und ihr Freund wieder zusammenkamen.
OVB vom 01.12.2011 von Wolfgang Janeczka














